Die Musikrichtung, die heute als Rembetiko bezeichnet wird hat bereits eine lange Tradition. Ihre Anfänge reichen mit Sicherheit bis weit ins 19. Jahrhundert zurück. In die USA ausgewanderte Interpreten machten das Rembetiko erst musikalisch fassbar durch das Produzieren von kommerziellen Tonträger(Schallplatten) mit den heute noch bekannten Haschisch- und Liebesliedern.

Die ersten Plattenaufnahmen wurden um 1904 mit Musik im Rembetiko-Stil gemacht, jedoch außerhalb Griechenland, in Amerika und teilweise in der Türkei.

Das Rembetiko ist in seinem Ursprung eher eine städtische Musik, es wird vermutet, dass sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Urbanen Zentren auftauchte, dort wo Griechen lebten. Erste Musik Etablisments(Musik-Cafés) entstanden in Städten wie Athen und Piräus, Hermoupolis, Larissa, auf der Insel Syros, in der noch unter türkischer Herrschaft stehenden Stadt Saloniki sowie an der türkischen Küste Smyrna und in Konstantinopel( heutiges Istanbul).

Zwei, drei oder mehrere Sänger sangen, teilweise zusammenhanglose Verse, teilweise in einer Dialogform, in freiem Rhythmus und freier Melodie.
In diesen Cafés wurde an einer Seite einfach ein kleiner Raum für die Musiker freigelassen. Wandernde Musiker spielten für eine kurze Zeit in einem Café und zogen dann weiter. Erst später bildeten sich feste Ensembles, die sogenannten Kompanias. Sie wurden von den Cafés auf Dauer verpflichtet. Ihre Instrumente waren haupsächlich die Santouri, die Flöte, die Violine, das Lauto, und die Oud.

D. Semsis, A. Tomboulis, R. Eskenazy (Athen, 1932)

Der häufigst aufgeführte Tanz war der Tsifteteli und der Sembekiko, der auch zum Haupttanz des Rembetiko wurde.

Seit dem griechischen Unabhängigkeitskrieg war die politische Situation in Griechenland von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit bestimmt gewesen. Das Leben in Griechenland war geprägt von Korruption, Repression und Gewalttätigkeit und seit den Zeiten des ersten Königs im modernen Griechenland, Ottos von Bayern (1832 – 62) waren die griechischen Gefängnisse voll politischer und einfach krimineller Gefangener und in den Gefängnissen wurden Instrumente gebaut und Lieder komponiert.

Die Instrumente die am meisten verbreitet waren, waren die Bouzouki und die Baglamas. Sie begleitetetn die Lieder, welche Murmurika bezeichnet wurde. Texte die leise, reihum gesungen wurden. Diese “Gefängnislieder” wurde auch außerhalb der Gefängnismauern gesungen und wurden in den Unterweltkreisen der griechischen Städte populär.

Später, zur Zeit der Diktatur unter Metaxas, als Repressionen verschiedenster Art eintraten, wurde die Rembetikomusik, der Konsum von Haschis und die Bouzouki verboten. Man konnte sich nicht mehr öffentlich in den “Tekedes” (Haschislokalen) treffen und Musik machen. Dies geschah von nun an heimlich. Somit musste man auch die Instrumente gut verstecken können, was der kleinen Baglama große Popularität verschaffte.

Rembetes in Karaiskaki, Piräus (1933)

Die Tradition der Kompania der Cafés kam mit der kleinasiatischen Katastrophe 1923 nach Griechenland. Zu dieser Zeit gab es dort der Bouzouki als Einzelinstrument.

Die Bouzouki und die Musik, die damit gespielt wurde,hatte in Griechenland in den 30er Jahren einen schlechten Ruf, da sie eng mit den Menschen der Haschisszene/Unterwelt verbunden war. Selbst Kinder, welche dieses Instrument lernen wollten, wurde von ihren Eltern gedrängt dies zu unterlassen, da man fürchtete es wird sie ins Unglück stürzen.

Efstratios Antoniadis mit Laute (Ag. Dimitrios, Serron,1962)

Erst durch erfolgreiche Schallplattenimporte vor allem aus Amerika wurde die Bouzouki allmählich “salonfähig”. 1934 folgte dann die erste Aufnahme mit Markos Vamvakaris in Athen.

Vamvakaris gilt als Verkörperung dieses Musikstils. Seine Stücke (hasiklidika genannte, also Lieder über Haschis und den Menschen die es konsumierten) verhalf vielen Bouzoukispielern zu großer Popularität. Die Kompanias nahmen die Bouzouki in das Ensemble auf und die Stile vermischten sich. Die Bouzouki wurde zum Inbegriff der Remebtikomousik, während andere Instrumente in den Hintergrund traten.

Nach 1936 entstanden Aufnahmen auch von jüngeren Bouzoukispielern, die meist nicht aus dem Haschisch- und Unterweltmilieu stammten. Nach einer durch den zweiten Weltkrieg und die Okkupation bedingten Unterbrechung dominierten sie die Plattenproduktionen und die ursprünglichen Rembetiko-Orchester; bestehend hauptsächlich aus Bouzouki-Baglama-Gitarre;wurden durch Akkordeon , Violi, Santur und Klavier erweitert. Später wurden auch elektrisch verstärkte Instrumente und sogar das Schlagzeug mit aufgenommen, was eine starke Verwestlichung des Klangbildes bewirkte.